Wie schon im vergangenen Jahr haben wir uns die Marot nach der Ausbildungswoche geschnappt, um noch eine weitere Woche auf dem Wasser verbringen zu können.

Im Vorfeld wurden eigentlich nur drei Dinge abgesprochen:

        1. Ablegen wenn möglich noch am Sonntag den 27.05.2018

        2. Ziel Amsterdam

        3. Ankunft in Elahuizen am Sonntag den 03.06.2018

Punkt 1. konnte eingehalten werden, auch wenn wir erst so spät loskamen, dass wir es nur bis Warns schafften. Den Rest könnt ihr ja weiter unten lesen.

Nun ja, vorweg aber noch schnell ein paar Infos zur Crew, also zu uns. Wir haben die Marot zu viert besetzt. Wir: Lukas, Tobi, Markus und Marlon waren so in dieser Konstellation zum ersten Mal unterwegs, kennen uns aber schon seit mehreren Jahren. Bis auf Lukas, haben alle Erfahrungen im Segeln und mit der Marot. Lukas hingegen wurde, was das Segeln angeht, ins kalte Wasser geworfen.

Sonntag 27.05.18Tour: Gaastmeer – Elahuizen – Warns (6,1 SM)

Das ins kalte Wasser werfen, wollte Lukas unbedingt wörtlich nehmen, weshalb unser geplanter Abendspaziergang zur nächsten Dorfkneipe ein schnelles Ende nahm. So als Neuling im Segelsport, kann man ja auch nicht wissen, dass die Stege zwischen den Schiffen spitz zulaufen und eventuell auch mal enden. Der nette Hinweis, des Schiffes, nicht in Panik zu geraten, war sehr hilfreich. Nach ein paar Gerstensäften ging es früh in die Koje.

Montag 28.05.18
Tour: Warns – Stavoren – Enkhuizen (18,5 SM)

Der Plan für diesen Montag war die Marot zu betanken und die Vorräte an Board zu befüllen, um anschließend nach Enkhuizen überzusetzen. Um kurz vor 12 uhr setzten wir dann planmäßig kurz hinter der Schleuse vor den Toren zu Stavoren die Segel und nahmen Kurs auf. Das Wetter war herrlich und der Wind spielte uns auch super in die Karten. Er drehte von Süd über West nach Nord, so dass wir Vorwind bis nach Enkhuizen schießen konnten. Kurz vor 17 Uhr wurden die Segel geborgen und ein ruhiges Plätzchen im Hafen aufgesucht.

Die Kneipenwelt in Enkhuizen gab nicht viel her, so dass kurz entschlossen eine ortsansässige Imbissbude komplett leer gefuttert wurde, bevor wir uns letztlich dem Bier an Bord bedienten.

Dienstag 29.05.18
Tour: Enkhuizen – Amsterdam (29,1 SM)

Wetter war identisch zum Vortag. Um 11 Uhr setzten wir die Segel hinter der Schleuse bei Enkhuizen und segelten mit Vorwindkurs zügig in Richtung Amsterdam. Gegen späten Nachmittag zogen einige Wolken auf, die Regen und Gewitter vermuten ließen. Leider saßen wir genau dann vor der Brücke in Amsterdam fest, die im Berufsverkehr von 16 – 18 Uhr geschlossen hat. Die Zeit haben wir dazu genutzt, dass sich der Smutje in der Bordküche austoben konnte. Es gab Nudeln. Das erste Gewitter zog noch an uns vorbei, aber ab 19:15 Uhr war Untergangsstimmung angesagt, zum Glück haben wir um 19:00 Uhr angelegt. Wir lagen im Sixhaven, direkt gegenüber des Hauptbahnhofes mit gratis Fähren zur Innenstadt. Der Haven kann nur dringendst empfohlen werden, bei einem Aufenthalt in Amsterdam, wenn die Innenstadt besucht werden möchte. Vermutlich kann man generell nicht günstiger und näher zur Stadtmitte wohnen, als hier.

Trotz Regen begangen wir unsere Tour durch Amsterdam. Verrückte Locations wurden entdeckt und ich glaube keiner weiß mehr so genau den kompletten Verlauf dieser Nacht. Noch in der Nacht verflogen die Wolken und ließen uns fröhlich auf den nächsten Tag blicken. Zitat eines Schankwirtes: „No more alcohol for him.“

Mittwoch 30.05.18
Tour: Amsterdam – Volendam (16,2 SM)
Wir wissen nicht genau wieso, aber wir haben diesen Tag etwas später begonnen und legten trotz der strahlenden Sonne erst gegen Mittag in Amsterdam ab. Der Wind kam nun von Süd, was uns auf unserer geplanten Tour Richtung Norden entgegen kam. Da wir spät dran waren, und wir mit 1 Bft nicht sonderlich schnell unterwegs waren unterstützte uns unser Freund Volvo Penta. Ein kleiner Stopp zum Badengehen wurde nördlich von Marken eingelegt. Der Anker hielt und die vorhandenen Rettungsmittel konnten auch mal getestet werden. Der orangene Kugelfender wurde hier immer noch als das beste Rettungsmittel bewertet. Auch zum Entspannen kann dieser gut verwendet werden.

Angelegt wurde gegen 17:00 Uhr. Der Plan war heute einen ruhigen Abend mit gemütlichem Essen in dieser wunderschönen kleinen idyllischen Vorstadt von Amsterdam zu verbringen.


… Wäre da nicht die Abschlussparty von allen Schulen in der Umgebung gewesen und somit die ganze Stadt in Feierlaune. Unbeeindruckt von dem ganzen Spektakel haben wir uns vollkommen mitreißen lassen und die ruhige Nacht zum Tag gemacht.



Donnerstag 31.05.18
Tour: Volendam – Lelystad (13,35 SM)
An diesem Donnerstag legten wir erst gegen 14:00 Uhr ab. Grund hierfür war allein ein Gewitter, welches abzuwarten war. Generell war das Wetter nicht so prächtig, weshalb wir bei sehr starkem Wind nach Lelystad übersetzten. Mal wieder zunächst  mit Wind von West, also Vorwindkurs. Den zweiten Teil der Etappe konnten wir bei halbem Wind zurücklegen.

Bei Ankunft gegen 17:00 Uhr zeigte sich Lelystad von seiner sonnigsten Seite und wir ließen den Abend beim Grillen in Front der Marot ausklingen.

Freitag 01.06.18
Tour: Lelystad – Lemmer (25,25 SM)
Wieder mal ein super sonniger Tag mit frischem Wind um die 2-3 Bft aus Nord-West. Da der Wind tagsüber leicht gedreht hat konnten wir quasi durchgehend einen HW/AW-Kurs fahren. Diese Tour war mit knapp 7h „durchschnittlich“ lang. Erst ging es Richtung Norden an Urk und Windparks vorbei bis wir unseren Kurs Richtung Lemmer ändern konnten.

Gegen 18:00 Uhr machten wir im Herzen der Stadt im Kanal fest und genossen das rege Treiben auf den Straßen und Wegen rings um uns an diesem wunderschönen Freitag-Abend.
Nachtleben kann Lemmer auch, wirklich!

Samstag 02.06.18
Tour: Lemmer – Heeg (13,26 SM)
So langsam merkten wir alle die Woche in den Knochen. Heute wollten wir nach Heeg über die Kanäle. Da quasi kaum Wind spürbar war, musste uns wieder unser Freund Volvo Penta unterstützen. Gegen 15:30 Uhr machten wir in Heeg fest und ließen den Abend beim Grillen ausklingen. Nur zögerlich wurde das Boot von den letzten Hopfensaft-Vorräten bereinigt.

Sonntag 03.06.2018
Tour: Heeg – Elahuizen (3,6 SM)
Das kurze Stück nach Elahuizen wurde unter Motor zurückgelegt, da der Wind aus der Gegenrichtung kam. Gerade angelegt in der Heimatbox 56 in Elahuizen, wurde auch schon das komplette Boot leergeräumt und anschließend innen und außen gereinigt.
Die Marot war mal wieder ein treues Gefährt, welches uns sehr viel Freude bereitet hat. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Abenteuer.
 

Gesamt zurück gelegte Strecke: ca. 129 SM
 
Liebe Grüße
Lukas, Tobi, Markus, Marlon, Volvo Penta und Marot

© 2019 Studentische Segelvereinigung Wuppertal e.V.